#62 Wenn der Zuckerzufluss versiegt – was würde passieren?
- Martin Dollhäubl

- 19. Aug. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Stell dir vor, wir sind wieder in unserem Hochhaus im Mittelalter. In manchen Räumen glimmen die Öfen (Mitochondrien) nur noch schwach. Sie brennen kaum noch mit Holz und Sauerstoff, sondern fordern ununterbrochen Zucker, um überhaupt weiterlodern zu können. Die Bewohner dieser Räume haben sich daran gewöhnt: Sie rufen nach Zucker, und das Hochhaus liefert.
Doch was wäre, wenn plötzlich weniger Zucker nachkäme?
Vielleicht wäre es so, dass die betroffenen Räume zunächst in Aufruhr geraten. Die Bewohner klopfen an die Türen, schreien lauter, verlangen Nachschub. Die Not scheint groß – schließlich war Zucker bisher die einzige Energiequelle.
Mit der Zeit aber könnte etwas Spannendes passieren:
Einige Räume verlöschen vielleicht ganz, weil ihre Öfen den Betrieb einstellen.
Andere Räume beginnen sich neu zu orientieren. Vielleicht versuchen sie, wieder Holz zu verbrennen und Sauerstoff hereinzulassen – also zurückzufinden in einen saubereren Stoffwechsel.
Und wieder andere bleiben im ständigen Kampfmodus, solange noch ein Rest Zucker erreichbar ist.
Für den Körper würde das bedeuten: Der massive Zuckerruf könnte leiser werden. Manche Zellen könnten verschwinden, andere vielleicht wieder in eine gesündere Funktion zurückfinden.
Ob das tatsächlich so ist? Das weiß ich natürlich nicht. Aber es wäre ein möglicher Gedankengang: Wenn die Zellen, die nach Zucker rufen, keinen Nachschub mehr erhalten, stehen sie vor einer Entscheidung – und nicht alle treffen dieselbe.
Vielleicht ist das auch ein Hinweis darauf, warum Ernährung, Blutzuckerspiegel und Lebensstil in manchen Diskussionen rund um Gesundheit eine Rolle spielen. Nicht als Allheilmittel, sondern als möglicher Einflussfaktor.



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